Die häufigsten Fragen zum Thema Radonverbreitung und Radonvorsorge

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FAQ

Radon ist ein Edelgas, das bei Menschen zu schweren gesundheitlichen Schäden führt. Es ist radioaktiv und kann Lungenkrebs verursachen. Besonders gefährlich an Radon ist, dass man es weder schmecken noch riechen oder sehen kann. In Deutschland ist Radon, neben dem Rauchen, eine der Hauptursachen für Lungenkrebs. Das Tückische: Gesundheitliche Probleme kommen schleichend, man bemerkt sie erst, wenn es schon zu spät ist. 

Radon entsteht ganz natürlich in der Erde. Uran zerfällt und entweicht als Radon durch Risse und Spalten. Auch Grundwasser kann mit Radon belastet sein. Entweicht das Gas ganz normal in die Außenluft, ist es ungefährlich – die Konzentration ist viel zu gering. In geschlossenen Räumen sieht es anders aus. Durch feinste Risse, Leitungsschächte oder Abflüsse dringt das Gas ein und sammelt sich besonders, wenn selten gelüftet wird.

Radon entsteht aus Uran und zerfällt in der Lunge weiter zu Polonium, Bismut (auch als Wismut bekannt) und Blei. Die schädliche Wirkung von Blei kennt man von den schlimmen Folgen verseuchten Trinkwassers, Bismut hat ganze Generationen von Bergleuten vergiftet. Polonium wird beispielsweise von Geheimdiensten als effiziente Mordwaffe eingesetzt. 2006 starb etwa in London der ehemalige russische Spion Alexander Walterowitsch Litwinenko an einer Poloniumvergiftung. Ist man in einem Gebäude einer permanenten Belastung durch Radon ausgesetzt, dann ist eine Erkrankung an Lungenkrebs sehr wahrscheinlich.

Was kaum jemand weiß: Radon ist wesentlich gefährlicher als Feinstaub oder Asbest. Statistisch betrachtet stirbt in Deutschland alle fünf Stunden ein Mensch an den Folgen von Radon. Europaweit wird jeder 50. Krebstote durch das gefährliche Edelgas verursacht. Nach dem Rauchen ist Radon der häufigste Grund für Lungenkrebs. Kombiniert man beides, steigt das Risiko massiv an. Das Bundesamt für Strahlenschutz nimmt an, dass bundesweit jedes zehnte Haus betroffen ist. 

Ja, besonders groß ist die Gefahr in Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen und Sachsen. Auch in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Südniedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gibt es stark belastete Gegenden. Die Bundesländer müssen besondere Risikogebiete ausweisen, die einen Anhaltspunkt geben können. Diese Radonvorsorgegebiete werden durch flächendeckende Messungen in ganz Deutschland bestimmt: 6.000 Haushalte wurden mit entsprechenden Messgeräten ausgestattet. Aber: Auch wer außerhalb eines Risikogebietes wohnt, hat keine absolute Sicherheit. Wenn verschiedene Faktoren wie etwa regionale Uranvorkommen und poröse Gesteinsschichten zusammenkommen, kann es auch dort punktuell starke Belastungen geben.

Seit 2018 gilt das neue Strahlenschutzgesetz, das auf eine EU-Richtlinie zurückgeht. Hier wird erstmals geregelt, wie Menschen in Deutschland vor Radon geschützt werden müssen. Wer in einem der Ende 2020 ausgewiesenen Radonvorsorgegebiete wohnt, hat einen Anspruch auf Schutz. In öffentlichen Gebäuden wie Schulen, Kindergärten oder Krankenhäusern muss dann permanent die Belastung gemessen werden. Übersteigt sie die gesetzliche Grenze von 300 Becquerel pro Kubikmeter, müssen bauliche Maßnahmen getroffen werden. Gleiches gilt für Arbeitsplätze bei Unternehmen. Aber auch für den Wohnraum hat das Strahlenschutzgesetz Konsequenzen. Vermieter und Verkäufer von Immobilien sind gut beraten, die Radonsicherheit nachzuweisen. Ansonsten drohen teure Klagen oder ein geringerer Immobilienwert. Übrigens: Wer in den eigenen vier Wänden wohnt, muss nach dem Gesetz keine Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. Ungefährlicher wird das Edelgas dadurch natürlich nicht!

In Deutschland gilt eine jährliche mittlere Belastung bis 300 Becquerel pro Kubikmeter nach dem Strahlenschutzgesetz als gesundheitlich tolerierbar. Dem widerspricht die Weltgesundheitsorganisation WHO. Sie sieht eine maximale Belastung von 100 Becquerel als sinnvoll an. Generell ist die Forschung aber der Meinung, dass auch unterhalb des Grenzwerts Radon eine Gefahr für die Gesundheit ist. Es empfiehlt sich also auch bei geringeren Belastungen an die Radonvorsorge zu denken. Der Grenzwert ist keine Gesundheitsempfehlung, sondern das absolute Maximum, dem ein Mensch ausgesetzt sein sollte.

Radon wird in der Raumluft gemessen, die Geräte heißen Dosimeter. Verlässlich sind elektronische Geräte, die Daten speichern und an einen Computer übertragen können. Der Nachteil: Sie sind sehr teuer. Günstiger sind so genannte passive Dosimeter, die allerdings nicht ganz so komfortabel ausgewertet werden können. Damit ein Messgerät verlässliche Werte liefert, muss es für einen längeren Zeitraum die Raumluft messen. Gut sind mehrere Monate, besser ist es, ein ganzes Jahr zu messen. Gemessen werden sollte in allen Räumen, in denen man eine erhöhte Belastung vermutet. Das sind Kellerräume, aber auch in den Hang hineingebaute Gebäudeteile oder Zimmer im Tiefparterre. Handelt es sich nur um Lagerräume, dann ist eine Belastung nicht ganz so dramatisch. Schlimmer ist sie in Wohn- und Arbeitsräumen, besonders in Schlaf- oder Kinderzimmern. Bei der Messung helfen zertifizierte Radon-Experten. Ergeben sich Werte von mehreren hundert oder gar tausend Becquerel, dann denken Sie bitte über Maßnahmen nach – der Gesundheit zuliebe.

Theoretisch hilft bereits einfaches Lüften, um die Radonbelastung niedrig zu halten. Das lässt sich in Kellerräumen allerdings oft nur schwer umsetzen, besonders, wenn es nur tiefliegende Lichtschächte gibt. Außerdem ist ständiges Lüften nicht besonders gut für die Energiebilanz eines Gebäudes. Besser ist es, mit Systemlösungen vorzusorgen. Kellerräume lassen sich durch den richtigen Einsatz von zertifizierten Baustoffen gut gegen Radon abdichten. Reicht das nicht aus, kann man über weitere Maßnahmen nachdenken. Es gibt Lüftungssysteme, die die Kellerluft permanent austauschen und so für Sicherheit sorgen – sie verbrauchen in der Regel allerdings auch Strom und sind nicht ganz geräuschlos. Auch ein Radonbrunnen kann helfen. Er sorgt direkt neben dem Gebäude dafür, dass das Radon in den Garten entweicht und nur noch eine geringe Menge in den Kellerraum gelangt. Die passende Lösung hat der Radon-Experte, er berät über wirksame Schutzmaßnahmen.

Wo kommt Radon vor?

In ganz Deutschland gibt es Risikogebiete, in denen Radon eine ernstzunehmende Gefahr ist. Hier sollten Bauherren, Planer und Architekten früh verantwortungsvoll handeln und sich informieren. Aber auch außerhalb dieser Gebiete ist die Gefahr nicht gebannt. Auch hier kann es stellenweise zu starken Belastungen kommen – die Wahrscheinlichkeit ist nur geringer.

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Radonvorsorge: So geht’s richtig!

Bei richtiger Vorbereitung und Planung ist eine sichere Radonvorsorge problemlos möglich. Mit spezialisierten Baustoffen und Systemlösungen können radonbelastete Gebäude für Menschen sicher gemacht werden. Hier kommt es darauf an, ob ein Gebäude neu gebaut wird oder ob es sich um eine Sanierung handelt.

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